Das Grundgesetz im Alltag entdecken – Ein Fotoprojekt macht Demokratie sichtbar.

Wie sieht das Grundgesetz im täglichen Leben aus? Wo begegnen uns seine Werte außerhalb von Gerichtssälen, Parlamenten oder politischen Debatten? Diesen Fragen widmet sich ein besonderes Fotoprojekt der Volkshochschule Köln, das auf eine Idee des Fotografen Karl von Westerholt zurückgeht und anlässlich des 75. Jubiläums des Grundgesetzes ins Leben gerufen wurde. Organisatorisch verantwortet wurde es an der Volkshochschule von Thomas Boxberger, Fachbereichsleitung Fotografie; finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Katholischen Bildungswerk.

Seit 2024 haben sich engagierte Fotografinnen und Fotografen auf die Suche nach Bildern gemacht, die die Grundrechte und zentralen Werte unserer Verfassung im Alltag sichtbar werden lassen. Fachlich begleitet wurden sie dabei von Karl von Westerholt, der das Kursprojekt als erfahrener Fotograf und langjähriger Dozent leitete und in seiner Entstehung maßgeblich prägte. Entstanden ist eine vielfältige Sammlung von Straßen- und Dokumentarfotografien aus verschiedenen Regionen Deutschlands. Die Bilder zeigen Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und machen erfahrbar, wie Freiheit, Würde, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit, Vielfalt und gesellschaftliches Miteinander gelebt werden.

Dabei verfolgt das Projekt einen besonderen Ansatz: Statt die Artikel des Grundgesetzes abstrakt zu erklären, werden sie durch reale Situationen und menschliche Begegnungen greifbar. Die Fotografien laden dazu ein, genauer hinzuschauen, Fragen zu stellen und über die Bedeutung demokratischer Werte in unserem Zusammenleben nachzudenken.

Aus den Arbeiten entstand eine Wanderausstellung, die bereits an drei verschiedenen Orten präsentiert wurde. Die Resonanz der Besucherinnen und Besucher zeigte, dass Fotografie einen besonderen Zugang zu gesellschaftlichen Themen eröffnen kann. Viele der gezeigten Motive regen zum Austausch an und schaffen Anknüpfungspunkte für Gespräche über Demokratie, Freiheit und Verantwortung.

Gerade in einer Zeit, in der demokratische Grundwerte zunehmend diskutiert und teilweise infrage gestellt werden, möchte das Projekt einen Beitrag zur politischen Bildung und zum gesellschaftlichen Dialog leisten. Die Ausstellung versteht sich nicht als Belehrung, sondern als Einladung zum Nachdenken und zum gemeinsamen Gespräch. Sie richtet sich an Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe.

Besonders Schulen, Bildungseinrichtungen, Jugendzentren, Bibliotheken, Kulturhäuser und andere öffentliche Begegnungsorte bieten ideale Rahmenbedingungen, um die Ausstellung einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Fotografien eignen sich als Ausgangspunkt für Diskussionen, Projektarbeiten, Workshops oder Veranstaltungen rund um Demokratie und gesellschaftliches Zusammenleben.

Das Projektteam möchte das aus den VHS-Kursen hervorgegangene Projekt „Perspektive Grundgesetz“ auch in Zukunft weiterführen und die Ausstellung an weiteren Orten zeigen. Jede neue Station ermöglicht es, neue Menschen zu erreichen und die Auseinandersetzung mit den Werten des Grundgesetzes lebendig zu halten.


Interessierte Einrichtungen, Lehrkräfte, Kulturverantwortliche und Veranstalter sind herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen und die Ausstellung in ihre Räumlichkeiten zu holen. So kann ein Projekt, das mit dem Jubiläum des Grundgesetzes begann, auch über diesen Anlass hinaus wirken und dazu beitragen, die Bedeutung unserer demokratischen Grundrechte sichtbar und erfahrbar zu machen.

Denn das Grundgesetz lebt nicht nur in seinen Artikeln. Es lebt dort, wo Menschen einander mit Respekt begegnen, ihre Freiheit wahrnehmen, Verantwortung übernehmen und die Würde jedes Einzelnen achten. Genau diese Momente macht das Fotoprojekt sichtbar.